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Last updateMi, 11 Dez 2019 4pm
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Smarte Technologien für die Zukunft

Unter dem Motto „Forschung für die Zukunft“ präsentieren sich Hochschulen und Forschungseinrichtungen aus Thüringen, Sachsen-Anhalt und Sachsen vom 1.-5. April auf der „Hannover Messe 2019“. Die Friedrich-Schiller-Universität Jena stellt am gemeinsamen Stand drei der insgesamt neun Exponate aus Thüringen vor. Darunter befinden sich umweltverträgliche Batterien, die aus organischen Verbindungen bestehen, und ein neuartiges Verfahren zur Herstellung von Kunststoffzusätzen. An beiden Technologien forschen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Instituts für Organische Chemie und Makromolekulare Chemie. Im Rahmen des dritten innovativen Projektes kooperiert das Institut für Informatik mit der Fachhochschule Erfurt: eine lernfähige Systemplattform für Elektrofahrzeuge, die in der Medienlogistik angewendet werden soll.

Verbindungen aus Vinyl schonen Umwelt und Gesundheit

Bei der Herstellung von Kunststoffen kommen sogenannte Additive wie z. B. Weichmacher zum Einsatz. Sie helfen dabei, das Material genau an die jeweilige Anwendung anzupassen, sind jedoch nicht immer unbedenklich für die Gesundheit. Eine Alternative bietet das Gründungsvorhaben „Polytives“: Das Team um Viktoria Rothleitner, Oliver Eckardt und Prof. Dr. Felix H. Schacher vom Institut für Organische Chemie und Makromolekulare Chemie entwickelt eine Produktionsmethode für Kunststoffzusätze auf Basis vinylhaltiger Verbindungen. Diese können nicht nur unbedenklicher sein, sondern zugleich weitere Eigenschaften positiv beeinflussen, wie zum Beispiel die Schrumpfung des Materials reduzieren. „Die von uns entwickelten Zusätze können für zwei Drittel der auf dem Markt erhältlichen Kunststoffe genutzt werden“, sagt Rothleitner. Sie verweist zudem auf die verbesserte Fließfähigkeit während der Verarbeitung. Dadurch wird Energie gespart und nicht zuletzt die Umwelt geschont.

Flexible Batterien verzichten auf knappe Ressourcen

Polymere stehen auch beim Forschungsprojekt „Organische Batterien“ im Mittelpunkt, das vom Chemiker und Werkstoffforscher Prof. Dr. Ulrich S. Schubert geleitet wird. Organische Batterien bieten in Zeiten immer knapper werdender Ressourcen eine umweltschonende Alternative, um elektrische Energie zu speichern. Sie sind so konstruiert, dass Polymere die potenziell knappen anorganischen Materialien ersetzen können, die in konventionellen Elektroden verbaut werden. Die neuen Energiespeicher sind nicht nur verträglicher für die Umwelt, sondern zugleich mechanisch flexibler und einfacher zu verarbeiten. Dies führt zu einer breiten Anwendungspalette: von containergroßen Speichern für Solar- und Windparks bis zu kleinen, flexiblen Batterien für smarte Kleidung oder Verpackungen.

Lernfähige Software steuert Flotte von Elektrofahrzeugen

Einen weiteren intelligenten Ansatz verfolgt das Projekt „SMART DISTRIBUTION LOGISTIK“, an dem ein Team um Prof. Dr. Wilhelm R. Rossak und Marianne Mauch vom Institut für Informatik der Universität Jena beteiligt ist. Die Forscherinnen und Forscher verfolgen das Ziel, elektrisch angetriebene Transportfahrzeuge im Bereich der Medienlogistik zu etablieren. Dafür entwickeln sie derzeit eine lernfähige Systemplattform, über die in Feldversuchen der Einsatz von über 40 Elektrofahrzeugen gesteuert und optimiert wird. Auf diese Weise sollen Post, Zeitungen und Werbematerialien kosteneffizient zugestellt werden. Neben der FH Erfurt wirken auch verschiedene Industriepartner an dem Projekt mit. Im Rahmen des Programms „IKT für Elektromobilität III“ wird die Initiative durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) bis April 2020 gefördert.
www.uni-jena.de

 

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