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drupa-Preis 2014 geht an den 31-jährigen Tobias Winnerling:

Im Fokus stehen die Missionstätigkeiten der Jesuiten in Indien und Japan während der Jahre 1542 bis 1574

Der Historiker Dr. des. Tobias Winnerling hat den drupa-Preis 2014 erhalten. Die drupa zeichnete den Mönchengladbacher für seine Dissertation „Vernunft und Imperium. Die Societas Jesu in Indien und Japan, 1542-1574". aus. Den Preis überreichten Claus Bolza Schünemann (Vorsitzender des Vorstands Koenig & Bauer AG und Präsident des drupa-Ausstellerbeirates 2016), Werner M. Dornscheidt (Vorsitzender der Geschäftsführung der Messe Düsseldorf) und Prof. Dr. Dr. H. Michael Piper (Rektor der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf) im Rahmen einer Festveranstaltung am 19. Mai im Düsseldorfer Industrieclub.

In seiner preisgekrönten Arbeit setzt sich Winnerling mit den Jesuiten auseinander, der katholischen Ordensgemeinschaft, die am 15. August 1534 von einem Freundeskreis um den Spanier Ignatius von Loyola gegründet wurde, und als Gesellschaft Jesu (Societas Jesu) in die Geschichte eingegangen ist. Dabei setzt sich Tobias Winnerling mit einem speziellen und bisher wenig beleuchteten Thema auseinander: Die Missionstätigkeiten der Jesuiten in Indien und Japan während der Jahre 1542 bis 1574. Gerade im 16. Jahrhundert – zu Zeiten des spanischen und portugiesischen Königreiches – spielte die Missionierung in Lateinamerika, Afrika und Asien eine feste Rolle im Rahmen der Kolonialpolitik: Sie war ein unumstößlicher, selbstverständlicher Bestandteil – ja mehr noch: Kolonialisierung und Missionarisierung ergänzten einander, spielten sich gegenseitig in die Karten. Vor allem Franziskaner, Augustiner, Dominikaner – und eben die Jesuiten – trugen das Wort Gottes in die Welt und ebneten bei dieser Gelegenheit den Boden für die spanischen und portugiesischen Eroberer. Aus heutiger Perspektive ist wohl unumstritten, dass diese Missionierungsstrategien durchaus imperialistische und rassistische Ansätze hatten. Doch – und genau hier setzt die Dissertation von Tobias Winnerling an – das damalige Handeln lässt sich nicht mit der ethischen Brille der heutigen Zeit beurteilen. Hier sind andere Bewertungskriterien nötig. Genau dieses Phänomen Mission untersucht Tobias Winnerling in seiner 325-seitigen Dissertation am konkreten Beispiel der Jesuiten und stellt die Tätigkeiten des Ordens in den Kontext des 16. Jahrhunderts.

Tobias Winnerling wurde 1982 in Mönchengladbach geboren und studierte nach dem Abitur Geschichte und Philosophie an der Fernuniversität Hagen, ehe er 2002 sein Studium an der Heinrich-Heine-Universität aufnahm und dort im August 2006 sein Magister Artium in den Fächern Geschichte, Philosophie und Modernes Japan ablegte. Seit April 2007 ist er Wissenschaftlicher Angestellter an der Philosophischen Fakultät der HHU Düsseldorf.

www.messe-duesseldorf.de

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