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Die Qual der Wahl: Verschiedene Technologien für unterschiedliche Anwendungen

Kennzeichnen und Markieren sind ein wichtiger Teil im gesamten Workflow von Produkten und Verpackungen. Die unterschiedlichsten Regularien und Vorschriften müssen beachtet werden um standarisierte Bereiche und Aufdrucke zu gewährleisten damit der Endkunde die Informationen, unter anderem über den Packungsinhalt, Haltbarkeit und weiteres leicht finden kann. Von Sabine Slaughter

Viele Endkunden – gerade im Lebensmittelbereich – schauen neben den Inhaltsstoffen auf die Ablaufdaten des gewünschten Produktes. Diese sollten möglichst gut lesbar sein und natürlich einfach zu finden. Dementsprechend gibt es Vorschriften, wie diese auszusehen haben. Doch auch bei anderen Produkten gibt es die Kennzeichnungspflicht. Dieses geht von der Beschriftung von Kabeln über Ersatzteile, gefährliche Stoffe bis hin zu Pharmazie- und Medizinanwendungen. Kurz gesagt, alles muss nach den entsprechenden Regularien gekennzeichnet werden.
Für Lebensmittel gibt es beispielsweise die EU-weite Verordnung LMIV (Regulation (EU) No 1169/2011) welche unter anderem die Pflichtangaben auf Lebensmittel in mindestens 1,2 Millimeter großer Schrift – bezogen auf das kleine „x“ – vorschreiben. Kleinere Verpackungen (bis zu 80 Quadratzentimeter größte Oberfläche) müssen mit einer Schrift mit mindestens 0,9 Millimeter Größe versehen werden. Die Verordnungen werden laufend aktualisiert. Über die Jahre kamen und kommen auch zukünftig Veränderungen welche die Produktentwicklungen und das Einkaufsverhalten der Endkunden betreffen, hinzu. Hinzugezogen werden unter anderem auch neue wissenschaftliche Erkenntnisse über die medizinischen Auswirkungen der Produkte und ihrer Bestandteile auf die Bevölkerung welche ebenfalls Einfluss auf die Verordnung nehmen.
Kein Wunder also, dass dieser Bereich, neben Etiketten ein großes Marktpotential für Maschinen zur Kennzeichnung darstellt dabei jedoch meistens direkt bei den Herstellungsbetrieben zum Einsatz kommt. Zumeist handelt es sich zudem um variable Daten, so beispielsweise Verfallsdatum, Produktionsdatum und –linie. Hinzu kommen Barcodes, QR-Codes und weitere Informationsträger. Von daher werden hierfür heuer meistens digitale Druckmaschinen verwendet. Doch auch digitale Etikettendruckmaschinen erfüllen diese Art von Aufträgen wobei das gesamte Etikett in einem Durchgang gedruckt werden kann.
Nicht nur der Druck auf flache Oberflächen, wie bei Etiketten wird bei der Kennzeichnung und Markierung gefordert. Andere Formen – ob rund oder oval – direkter Druck auf Lebensmittel sind hier das Thema – natürlich mit den entsprechenden Tinten. So werden beispielsweise Eier direkt bedruckt, Dosen und alle Arten von Behältnissen und Containern, Kabeln, raue Oberflächen und vieles mehr.
Domino Koierung K600i UV Inkjet image BD noticia.x40c5308cEine weitere Herausforderung in dieser Zeit ist die Nachhaltigkeit der Druckkomponenten – vom Verpackungsmaterial über Etiketten bis zur Farbe oder Tinte.
Im Folgenden geben wir eine kleine Übersicht über erhältliche Kennzeichnungssysteme:

Bluhm Systeme offeriert verschiedene Technologien: Tintenstrahldrucker, Laserbeschriftung und RFID-Systeme. Mit den Inkjet-Systemen lassen sich laut Hersteller fast alle Oberflächen kennzeichnen – von Kunststoff über Papier und Karton bis zu Metall, Glas, Gummi sowie auch Lebensmittel. Hier werden je nach Drucker sowohl Continuous Inkjet- wie auch Drop-on-Demand-Technologie eingesetzt.
Kodierungslösungen aller Couleur gibt es bei Domino Printing Systems. Neben Continuous-Inkjet-Druckern (CIJ) hat das Unternehmen auch Thermo-Inkjet-Drucker, CO2-Laserbeschrifter, Faserlaser sowie Thermotransferdrucker im Programm. So ist der Ax150i CIJ mit dem iPulse-Druckkopf für präzise Tintentropf-Generierung ausgestattet. Die CleanFill-Technologie sowie einheitliche, farbcodierte Verbrauchsmaterialien verhindern laut Domino die Gefahr des Verschüttens oder Auslaufens. Je nach Anwendung und Produktionsumgebung können verschiedene Drucktechnologien und –köpfe der jeweiligen Modelle zum Einsatz kommen.
KODAK PROSPER Imprinting Systems perfect package copyDie Prosper- und Vesamark Eindrucksysteme von Kodak werden sowohl einfarbig, wie auch vierfarbig und mit Sonderfarben angeboten. So erreichen der Prosper Plus 1/1W sowie Prosper Plus 2/2W Druckauflösungen von 600 x 900 Druckpunkte pro Inch bei Geschwindigkeiten von bis zu 260 Meter pro Minute. Die Prosper S-Systeme können je nach Modell zwischen 152 bis 900 Meter pro Minute bedrucken, wobei Druckauflösungen von bis zu 600 x 600 Druckpunkten pro Inch erreicht werden. Die Lösungen Versamark DS5640 sowie DS5650 erreichen Druckauflösungen von 300 x 600 (DS5640: 240 x 480) Druckpunkte pro Inch bei Geschwindigkeiten von bis zu 152 Meter pro Minute. Die Druckbreiten betragen 10,85 Zentimeter (DS5640) sowie 8,66 Zentimeter (DS5650). Bis zu 305 Meter pro Minute können die Versamark DS5220 sowie DS5222-Modelle erreichen. Die Auflösung beträgt 120 x 120 oder 120 x 240 Druckpunkte pro Inch wobei die Druckbreite 2,71 Zentimeter (DS5220) beziehungsweise 5,41 Zentimeter (DS5222) beträgt.
Leibinger ist Spezialist im Bereich von Kodier- und Markierungssystemen. Das Kennzeichnungsportfolio umfasst ein vollständiges Sortiment an Continuous-Inkjet-Druckern vom Einstiegs- bis zum Hochleistungsmodell. Diese sind auf unterschiedliche Produktionsumgebungen (trocken, staubig/trocken sowie Strahlwasser) ausgelegt und können je nach Modell bis zu 5-zeilig drucken. Auch spezielle Drucker für bestimmte Anwendungen (Lebensmittel und Getränke, Konsumartikel und pharmazeutische Produkte sowie Industriegüter) finden sich im Programm. Mit dem Jet Rapid lassen sich beispielsweise Produktionsgeschwindigkeiten von bis zu 800 Metern pro Minute erreichen. Die Druckdüsen sind mit dem Düsenverschluss Leibinger Sealtronic ausgestattet. Dieser sorgt dafür, dass wenn gerade nicht gedruckt wird, sich die Düse verschließt wobei der Tintenkreislauf geschlossen wird. Das verhindert ein Austrocknen, so der Hersteller. Beim erneuten Druckstart öffnet sich die Düse wieder und es kann weiter gedruckt werden. Reinigungs- oder Spülzyklen werden so vermieden und laut Leibinger bedeutet dieses auch kürzere Anlaufzeiten, höhere Produktivität, niedrigere Kosten und gleichbleibende Druckqualität. Zudem seien die Drucker mit einer thermischen Barriere zwischen Tintenkreislauf und Elektronik versehen. Diese sorgt laut Unternehmen für kühlere Tinte und damit weniger Verdunstung und Verbrauch.
Continuous Inkjet-Drucker (CIJ), Thermotransfer-Direktdrucker, Laserkodierer sowie Thermo-Tintenstrahldrucker finden sich unter anderem im Programm von Linx. So wird die Linx 8900-Serie unter anderem zum Druck von fehlerfreien Marierungen mit bis zu fünf Zeilen inklusive DataMatrix- und QR-Codes angewendet. Dieser CIJ-Drucker ist auch für spezielle Varianten von Hochgeschwindigkeitsmarkierungen ausgelegt. Spezialanwendungen wie Mikro-Druck oder der Druck mit Lebensmitteltinten sowie hoch pigmentierten Tinten wird mit den CIJ-Druckern der Linx 7900-Serie ausgeführt. Die Thermotransfer-Direktdrucker eignen sich laut Hersteller zum Einsatz insbesondere in der Verpackungsindustrie. Diese kodieren Kunststoff, Folienverpackungen, Etiketten, Hochglanzkartonagen und weitere flexible Materialien mit Barcodes und Logos. Hohes Druckaufkommen in den Bereichen Lebensmittel, Getränke und Arzneimittel kann mit den Linx Laserkodier- und Markiersystemen ausgeführt werden. Der Hersteller preist Thermo-Tintenstrahldrucker als eine hochauflösende Alternative zu Rollenkodierern, Ventilstrahl- und CIJ-Systemen an. Die Bandbreite der erhältlichen Tinten mache diese ideal zur Kodierung auf Schachteln, Schalen, Hüllen und Kunststoffverpackungen.
Mit Tintenstrahldruckern, Thermo-Tintenstrahl- und –Transferdruckern, Laserkodierern sowie Digitaldruckern ist Markem-Imaje am Start. Die Anwendungsgebiete reichen von Produkt- und Verpackungskennzeichnung bis zu Palettenkennzeichnung. Die Serie 9000 ist für anspruchsvolle Produktionsumgebungen konzipiert und kann von Standardanwendungen bis zu spezifischen Anwendungen wie Kontrast- und Hochleistungskennzeichnungen eingesetzt werden. Mit ihr können Materialien aller Art (Lebensmitteltauglichkeit, Sterilisierung, UV-Härtung, Eierkennzeichnung etc) bedruckt werden. Das Unternehmen hat alkohol- und wasserbasierende, keton- und MEK-freie Tinten sowie eine große Farbauswahl derselben im Programm. Druck auf Kunststoffe, Glas, Metalle, Kartonagen und direkte Kennzeichnung von Lebensmitteln können so realisiert werden. Die Thermo-Tintenstrahldrucker der Serie 1000 eignen sich für den Druck auf Wellpappe-Kartonagen, Trays, Papierbeutel mit saugenden und halbsaugenden Trägermaterialien sowie OPP/PP-Folien und können in staubigen, feuchten und korrosiven Produktionsumgebungen eingesetzt werden. Hochwertige Druckqualität auf flexiblen Verpackungsmaterialien, Folien und Etiketten können mit den Thermotransferdruckern des Unternehmens ausgeführt werden. Zu den geeigneten Materialien gehören unter anderem Schlauchbeutel, Schalenversiegelungen, Sachets, Beutel, Vakuumverpackungen und Tüten. Die Laserkodierer der Serie 7000 sind für die Hochgeschwindigkeitskennzeichnung mehrerer Produkte innerhalb eines großen Druckbereichs konzipiert. Wie das Unternehmen betont werden hiermit anspruchsvolle Produktionsumgebungen abgedeckt. Neben guter Kontrastkennzeichnung können diese Drucker Kennzeichnung und Perforation in einem Arbeitsschritt ausführen. Mit der Serie der CSAT-Digitaldrucker lassen sich insbesondere Aufträge mit variablen Daten drucken. Laut Hersteller vereinfacht sich damit die Serialisierung und Nachverfolgbarkeit von Etiketten- und Blisterverpackungen. Die CSAT-Serie arbeitet mit ITS6 Drop-on-Demand Inkjet-Technologie und besticht mittels seines Print-on-Demand-Drucks mit schnellen Auftragswechseln, so das Unternehmen.
Matthews Marking Systems hat vom Inkjet-Drucker bis zum Etikettiersystem unterschiedliche Markier- und Kodiersysteme für industrielle Anwendungen im Programm. Hierzu gehört die VIAjet-T-Serie von piezobasierten einfarbigen Tintenstrahldruckern. Mit dem T50E, T100SE und T100E lassen sich Druckgeschwindigkeiten von bis zu 84 Metern pro Minute erreichen. Die Druckköpfe sind mit Tintenrecycling ausgestattet, so dass keine Makulatur anfällt. Sie können sowohl auf Kartonage, Holz, wie auch andere Substrate drucken. Für größere Bedruckflächen lassen sich die Tintenköpfe zusammenstecken beziehungsweise aneinander reihen.
Hochleistungsdrucker für die Kennzeichnung von Schrumpfschläuchen, Kabelbezeichnungsschildern und Etiketten gibt es bei TE Connectivity. Diese Thermotransferdrucker bieten mindestens 300 Druckpunkte pro Inch und sind auf kontinuierlichen 24-Stunden-Betrieb ausgerichtet.
Videojet setzt auf Continuous Inkjet Technologie (CIJ) und bietet Druck auf Kartons, Paletten oder Schrumpffolien. So erreicht der Marsh Encore beispielsweise Geschwindigkeiten von bis zu 61 Metern pro Minute und Druckauflösungen von 300 x 150 Druckpunkten pro Inch. Willett 3150 bietet variable Druckhöhe mit zweizeiligem Druck und Speicherung von mehreren Texten. Die hochauflösenden Marsh 1100/2100/3100 Drucker sorgen laut Hersteller für das zuverlässige Drucken korrekter, hochwertiger alphanumerischer Echtzeitcodes, Barcodes und Grafiken.
Fazit
Die große Anzahl von erhältlichen Druckern für das Kennzeichnen und Markieren von Produkten und Verpackungen sowie die unterschiedlichen Technologien bieten „für jeden etwas“. Einer der entscheidenden Faktoren für die Anschaffung solcher Drucker sollte von daher von der geplanten Anwendung bestimmt werden. Es muss im Vorfeld ganz genau definiert werden welche Produkte oder Verpackungen mit welchen Kennzeichen und Markierungen bedruckt werden sollen. Erst mit dieser speziellen, individuellen Anforderungsliste sollten potentielle Käufer an die Unternehmen herantreten und sich über deren Offerten informieren. Fehlinvestitionen können so vermieden werden.

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