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Erstmals „gut deinkbare" Inkjetdrucke ohne Vorbehandlung auf Zeitungspapier

Undeinkbare Inkjetzeitung am Zeitungsstand eines Hotels in ZypernUmweltfreundliche Premiere vor der IPEX

Auslandszeitungen werden heute immer öfter dezentral mit wasserbasierendem Inkjet gedruckt, anstatt sie rund um die Welt zu fliegen. Was auf einigen Mittelmeerinseln begann, finden Touristen wie Geschäftleute heute auch in Rom oder Berlin. Solche Zeitungen sind jedoch für ein Recycling zu neuem hellem, grafischem Papier ungeeignet: Im Deinkingprozess* bluten diese löslichen Farben aus und färben andere Fasern dunkel. Unmittelbar vor der Messe IPEX 2014 in London lieferte erstmals ein Inkjet-Rollendrucksystem mit wasserbasierenden Farben problemlos deinkbare Druckerzeugnisse.

Testdrucke der Hochgeschwindigkeits-Inkjet-Rollendruckmaschine RotaJET von KBA auf ungestrichenem Zeitungsdruckpapier zeigten in von der INGEDE in Auftrag gegebenen Untersuchungen gute Deinkbarkeit.

Vor vier Jahren demonstrierte Xerox auf der IPEX einen Produktions-Inkjetdrucker mit wasserfreien Farben („Solid Ink"), derzeit noch das einzige Gerät auf dem Markt, das ohne aufwändige Vorbehandlung des Papiers „gute" Deinkbarkeit nach den ERPC-Deinkbarkeits-punkten** erreicht. Ebenfalls die Höchstnote „gut deinkbar" erzielen die Drucke der Fujifilm JetPress 720, einer B2-Bogendruckmaschine mit interner Vorbehandlung des Papiers. Diese Maschine wurde ebenfalls auf der letzten IPEX vorgestellt.

Die RotaJET-Inkjettechnik nutzt eine Polymer-Pigmenttinte, bei der das Polymer die feinen, düsengängigen Pigmente am Eindringen in die Fasern hindert. Das Polymer bindet die Partikel und verbessert so die Brillanz der Farbe wie auch deren Entfernbarkeit. Eine optionale „Kontrollflüssigkeit" verbessert die Deinkbarkeit noch weiter.

Stete Fortschritte, Ergebnis eines konsequenten Dialogs

Schon vor der drupa 2008 hatte die INGEDE auf Probleme beim Recycling der gängigen Inkjetdrucke hingewiesen. Während Trockentoner sich durchwegs gut entfärben lassen, gelang dies bei Inkjet-Tinten lange nur mit wenigen Spezialpapieren. „Eine geringe Menge an Drucksachen mit wasserlöslichen Farbstoffen oder Pigmenten kann ganze Ladungen Altpapier für das Recycling zu weißen, grafischen Papieren unbrauchbar machen", erklärt der Chemiker Axel Fischer, Experte für das Recycling von Digitaldrucken bei der INGEDE. „Die neuen Entwicklungen sind eine erneute Bestätigung für den konsequenten Dialog der Papierindustrie mit der Digitaldruckbranche, den wir seit vielen Jahren führen. Sie zeigen auch, dass es möglich ist, Inkjetdrucke so zu gestalten, dass sie problemlos in das bestehende System des Papierrecyclings integrierbar sind. Für die Zukunft sind hier sicher noch weitere positive Entwicklungen zu erwarten."

Die gute Deinkbarkeit geht bei allen drei Systemen Hand in Hand mit besserer Bildqualität — solche Systeme neigen weniger zum Durchschlagen, liefern also auch ein besseres Druckergebnis.

Die Internationale Forschungsgemeinschaft Deinking-Technik (INGEDE) wurde 1989 als ein Zusammenschluss führender europäischer Papierhersteller gegründet. Ziel der INGEDE ist es, die Verwertung von hellem Altpapier (Zeitungen und Zeit schriften) zu neuem grafischem Papier und zu Hygienepapieren zu fördern und die Rahmenbedingungen für einen erhöhten Altpapiereinsatz zu verbessern.

* Deinking ist das Entfernen der Druckfarbe (engl. ink) aus dem Altpapier beim Papierrecycling.

** ERPC: European Recovered Paper Council, Europäischer Altpapierrat. Das Bewertungssystem „Deinkbarkeitspunkte" (deinkability scores) finden Sie auf der Webseite des ERPC unter www.paperrecovery.org.

www.ingede.de

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