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Zwangspfand auf Container in Deutschland: keine Ausnahmen mehr

khs Plasmax block systemBeschichtete PET-Flaschen schützen empfindliche Getränke und die Umwelt

Der Bundesrat stimmte kürzlich dafür, das Zwangspfand auf Behälter auf alle Einweg-Plastikflaschen und Getränkedosen auszuweiten. Dies ist eine gute Nachricht für den Umweltschutz. Denn neben einer höheren Rücklaufquote wirkt sich eine hohe Recyclingquote positiv auf die Ökobilanz von Getränkeverpackungen aus. Die Umsetzung würde jedoch viele Safthersteller vor eine Reihe von Herausforderungen stellen. Ihr Problem besteht darin, dass die meisten Kunststoffflaschen, die mit empfindlichen Produkten wie Saft gefüllt sind, aufgrund der Zusammensetzung ihrer Materialien nicht sortenrein gesammelt und zur Herstellung neuer Flaschen wiederverwertet werden können. Eine Antwort bieten hier bereits am Markt etablierte Barrieretechnologien, die die flüssigen Lebensmittel mit Hilfe einer hauchdünnen Schicht aus chemisch reinem Glas vor dem Gasaustausch schützen. Der Dortmunder Hersteller von Abfüll- und Verpackungsanlagen KHS ist Vorreiter auf diesem Gebiet. Seit 2002 bietet der Konzern unter dem Namen FreshSafe PET® eine Glasbeschichtungstechnologie an, die unter dem Namen FreshSafe PET® ein vollständiges Bottle-to-Bottle-Recycling ermöglicht.

Kunststoffflaschen sollen an einen Pfandautomaten zurückgegeben werden. Doch wie so oft gibt es leider, wie so oft, Ausnahmen von dieser Regel. Während auf Apfelschorle in PET-Einwegflaschen ein Pfand erhoben wird, gibt es für Apfelsaft in der gleichen Verpackungsart keine solche Verpflichtung. Saftflaschen werden somit über duale Entsorgungssysteme gesammelt und können nicht im Sinne einer Kreislaufwirtschaft zu neuen PET-Flaschen verwertet werden. Für die Verbraucher ist diese Regelung verwirrend. Auch im Hinblick auf den Schutz der Umwelt ist die geltende Gesetzgebung nur schwer nachvollziehbar. Aufgrund der Beschränkungen des Zwangspfandsystems gehen laut einer Studie des Verpackungsmarktforschungsinstituts GVM ab 2018 jährlich etwa 10% aller PET-Flaschen im geschlossenen Recyclingkreislauf verloren. Dies entspricht etwa 40.000 Tonnen Kunststoff pro Jahr, die nicht für die Herstellung von Lebensmittelverpackungen wiederverwendet werden können. Das Bundesland Hessen hat dieses Problem inzwischen erkannt und gemeinsam mit Baden-Württemberg im Bundesrat die Ausweitung des Zwangspfandes auf Getränkeverpackungen beantragt - mit Erfolg. Dieser stimmte kürzlich für die Ausweitung des Zwangspfandsystems auf alle Einweg-Plastikflaschen.

Saftflaschen: das Problem der Recyclingfähigkeit
Diese Empfehlung gibt vielen deutschen Saftherstellern, die ihre Produkte in pfandfreie Einweg-PET-Flaschen abfüllen, Anlass zur Sorge. Im Gegensatz zu Wasser oder vielen kohlensäurehaltigen Erfrischungsgetränken müssen diese empfindlichen Getränke vor äußeren Einflüssen wie Sauerstoffaufnahme geschützt werden. Um diesen Schutz zu gewährleisten, enthalten Saft- und Nektarflaschen aus PET häufig Zusätze mit Sauerstoffabsorbern. Diese Zusatzstoffe erschweren das Recycling gegenüber einer normalen PET-Flasche, da die verschiedenen Materialien trotz aufwendiger Verfahren beim Recycling nicht getrennt werden können und z.B. zu Verfärbungen des Recyclats führen. Dies erschwert das gepoolte Recycling mit den herkömmlichen Einweg-PET-Behältern im Pfandsystem und macht ein globales Bottle-to-Bottle-Recycling, für das 100% reines rPET benötigt wird, praktisch unmöglich.

Eine umweltfreundliche Alternative ist die Verwendung einer Sauerstoffbarriere aus chemisch reinem Glas. Die hauchdünne Beschichtung auf der Innenseite der PET-Flasche schützt den Saft nicht nur wirksam vor der Aufnahme von Sauerstoff, sondern ist auch vollständig recycelbar. Beim Standard-Recyclingprozess wird die Beschichtung mit heißer Lauge hydrolysiert und so von der Flascheninnenwand entfernt. Anschließend geht sie in Lösung und das reine PET kann sortenrein gesammelt werden.

Verfügbare Lösung
Die KHS-Gruppe ist ein Pionier auf dem Gebiet der Innenglasbeschichtung von PET-Flaschen. Seit rund 15 Jahren bietet der Anlagenbauer und Verpackungsspezialist seinen Kunden in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie eine voll recyclebare Anlage für Saftflaschen an. Namhafte Abfüller wie Eckes-Granini setzen seit vielen Jahren das umweltfreundliche Verpackungssystem FreshSafe PET® ein.

Die Herstellung der recycelbaren PET-Flasche unterscheidet sich nur geringfügig von der einer herkömmlichen Saftflasche. In beiden Fällen wird ein Standard-PET-Vorformling als Basismaterial verwendet. Diese Kunststoffbehälter, die wie ein Reagenzglas mit Schraubverschluss aussehen, werden auf einer Streckblasmaschine zu Flaschen verarbeitet. Dabei kann der Vorformling aus neuem Kunststoff oder aus Recyclingmaterial - oder aus so genanntem Recyclat - hergestellt werden.

Im FreshSafe PET®-System wird die Flasche dann einer nachgeschalteten Beschichtungsmaschine zugeführt. KHS bietet diese in verschiedenen Ausführungen und mit unterschiedlichen Leistungsbereichen an. So leistet beispielsweise die KHS InnoPET Plasmax 20QS bis zu 48.000 Flaschen pro Stunde. Zum umfangreichen Portfolio des Turnkey-Anbieters gehören auch zwei kompakte Blockanlagen. Der InnoPET FreshSafe-Block in Verbindung mit einer KHS-Streckblasmaschine produziert leere beschichtete PET-Flaschen. Der KHS InnoPET FreshSafe-TriBlock, bestehend aus Streckblasmaschine, Beschichtungsmaschine und Füllaggregat, bläst, beschichtet und füllt die Flaschen auf einer einzigen Maschine, bevor sie anschließend verschlossen werden.

Von Pharmazeutika bis Lebensmittel und Getränke
Die Flaschen werden mit dem PICVD-Verfahren beschichtet, einem Verfahren, das erstmals in der pharmazeutischen Industrie eingesetzt wird. Bei diesem Verfahren wird ein Reaktionsgasgemisch im Feinvakuum in die PET-Flasche eingeleitet und diese anschließend durch Mikrowellen in den Plasmazustand versetzt. In diesem Zustand wird SiOx oder chemisch reines Glas auf der Innenseite der Flasche abgeschieden.

Die innere Glasbeschichtung ist transparent und hat eine Dicke von weniger als 0,1 µm. Sie ist somit flexibel und chemisch mit der Innenwand der Saftflasche verbunden. Dadurch wird verhindert, dass die Glasbeschichtung z.B. bei einer Krafteinwirkung auf die PET-Flasche versehentlich entfernt wird; sie kann nur während des Recyclingprozesses abgetrennt werden. Dank dieser besonderen Eigenschaft ist die FreshSafe PET®-Flasche von KHS zu 100 Prozent Bottle-to-Bottle recycelbar. Dies wurde auch von Fachverbänden wie der European PET Bottle Platform und der Association of Plastic Recyclers (USA) anerkannt. Darüber hinaus wurde die Lebensmitteleignung der Flasche auch offiziell nachgewiesen. In vielen Ländern, darunter die USA und ganz Europa, ist das KHS-System lebensmittelrechtlich zugelassen.

Für Verbraucher und Umwelt: FreshSafe PET® hat viele Vorteile
Nach der Beschichtung kann die FreshSafe PET®-Flasche mit dem Produkt befüllt werden und bietet vollen Schutz sowohl gegen Sauerstoffaufnahme als auch gegen den Verlust von CO2 und Wasserdampf. Auf diese Weise verhindert die Plasmax-Beschichtung, dass die Qualität des empfindlichen Getränks beeinträchtigt wird, und sorgt dafür, dass das Produkt bis zu zehnmal länger haltbar ist als bei unbeschichteten Kunststoffflaschen.

Darüber hinaus haben glasbeschichtete PET-Saftflaschen eine Reihe weiterer Vorteile - sowohl für den Verbraucher als auch für die Umwelt. So sind Kunststoffflaschen beispielsweise viel leichter als Glasflaschen. Dies wirkt sich positiv auf den CO2-Ausstoß von Lastwagen aus, da weniger Flaschen oder ein geringeres Ladegewicht weniger Gasverbrauch bedeuten. Außerdem sind Kunststoffflaschen unzerbrechlich und flexibel.

Neben den Umweltaspekten und dem Schutz des Produkts ist auch die Wirtschaftlichkeit von Bedeutung. Zum einen ist dank der Glasbeschichtung die Menge des verwendeten Kunststoffs im Vergleich zu Behältern mit Sauerstoffabsorbern geringer, was zu Kosteneinsparungen führt. Zum anderen können die Abfüller mit Standard-PET-Vorformlingen arbeiten, was die Kosten pro Flasche weiter senkt.

KHS fördert den geschlossenen Recyclingkreislauf
Der größte Vorteil des FreshSafe PET®-Systems liegt jedoch in seiner Fähigkeit, vollständig recycelt werden zu können, um reines PET herzustellen. Damit unterstützt der KHS-Konzern die Bemühungen, einen geschlossenen PET-Recycling-Kreislauf zu schaffen und das Bottle-to-Bottle-Recycling zu erleichtern. Dies ist eine wesentliche Voraussetzung für eine positive Ökobilanz von Kunststoffflaschen, wie die im vergangenen Jahr durchgeführte ALPLA LCA Packaging-Studie zeigt.

Um die hohe Recyclingquote von rund 93 % für PET-Flaschen in Deutschland weiter zu steigern und den Bottle-to-Bottle-Recycling-Kreislauf weiter zu stärken, hat die KHS-Gruppe kürzlich ein innovatives Flaschenkonzept für sensible Getränke eingeführt. Die Beyond Juice"-Flasche ist eine vollständig recycelbare PET-Flasche, die vollständig aus recycelten Materialien hergestellt wird. Dank des FreshSafe PET®-Barrieresystems bietet sie einen hervorragenden Produktschutz. Der Umweltdienstleister Interseroh hat den Behälter mit dem Gütesiegel Made for Recycling" ausgezeichnet. Die Beyond Juice Flasche ist die erste PET-Flasche überhaupt, die in diesem Bewertungssystem volle 20 von 20 Punkten erreicht.

Mit dem neuen Flaschenkonzept können Safthersteller bei einer Produktion von 50 Millionen Flaschen pro Jahr mehr als 1.500 Tonnen Rohstoffe einsparen. Damit tragen sie wesentlich zur Verbesserung der Ökobilanz von Kunststoffverpackungen bei. Noch umweltfreundlicher ist die Beyond Juice"-Flasche in Kombination mit Nature MultiPackTM von KHS, einem Behältersystem, das Flaschen mit Klebstoffpunkten zusammenhält, die stark und sicher sind und sich dennoch leicht entfernen lassen. Mit Hilfe dieser bewährten Verpackungsvariante kann die sonst übliche Kunststofffolie, mit der PET-Flaschen beispielsweise zu Sechserpackungen geformt werden, entfallen. Dadurch wird die Menge an Verpackungsmüll um bis zu 90% reduziert. Wie die beschichteten PET-Saftflaschen sind auch die Klebepunkte vollständig recycelbar.

www.khs.com

 

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