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Covid-19 verändert die Welt – und insbesondere auch die Digitaldruck-Anwendungen

Während der immer noch andauernden Pandemie haben sich die Werte verschoben. Humanität steht natürlich an erster Stelle. Für den Druck bedeutet es aber auch, dass Themen wie Nachhaltigkeit eine große Rolle spielen. Letzteres, gepaart mit neuen Anwendungen, die zumeist aus dem veränderten Verbraucherverhalten hervorgegangen sind, führen zu einer Beschleunigung der Entwicklung. Von Sabine Slaughter

Ob man es jetzt Beschleunigung der Akzeptanz, Beschleunigung der Innovation oder auch nur einen Wandel der Prioritäten nennt, eines ist klar: Der SARS-COV-2-Virus verändert die Welt. Das Verbraucherverhalten hat sich geändert und mit ihm auch dessen Werte. Dieses wiederum führt zu neuen Anwendungen und sogar zu neuen Märkten im Druck.
Die Erfordernisse und Vorschriften in Bezug auf die Vermeidung von Infektionen haben sich verschärft. Geschäfte, Firmen, Unternehmen müssen auf diese hinweisen. Hierzu gehören der Hinweis auf regelkonformen Abstand zwischen Personen; die maximale Personenanzahl, welche Geschäfte betreten darf; Bodengrafiken oder auch der Hinweis auf Maskenpficht, um nur einige zu nennen. Hier hat sich der neue Nischenanwendungsbereich Social Distancing Signage (SDS) entwickelt. Dieser beinhaltet sowohl den Indoor-, wie auch Outdoor-Bereich und umfasst alle Materialien.
Social Distancing Signage
Nicht nur innerhalb eines Unternehmens oder Marktes müssen inzwischen Hinweisschilder auf corona-konformes Verhalten und Vorschriften hinweisen – auch in den Außenbereichen ist dieses zumeist Pflicht. Während am Anfang der Pandemie viele handgemalte Beschilderungen zu finden waren, ist inzwischen hieraus ein beinahe vollständiger Branchenzweig entstanden. Viele verschiedene Beschilderungen sind daraus entstanden. Während die Piktogramme zumeist die gleichen sind, möchten Druckkunden zudem jedoch einen persönlichen Touch. Neben dem Logo des Unternehmen – einer Form der niedrigschwelligen Individualisierung – können aich auf dieser Art der Beschilderung noch weitere Personalisierungsmerkmale befinden. Dieses geht von Angeboten, Informationen, stimmungshebende Zeichnungen bis hin zu QR-Codes hinter denen sich sogar Spiele oder auch Musik oder pURLs verbergen können.
Die Materialien sind so vielfältig wie die Orte, an denen SDS zu sehen ist. Fenstergrafiken für innen und aussen, Wand- und Bodenaufkleber, Hängeschilder, Fahnen und stoffliche Substrate – die gesamte Bandbreite ist hier gefragt.
Gerade Bodenaufkleber in Geschäften unterliegen jedoch einem „Verfalldatum“ und müssen regelmässig ausgetauscht werden. Beschilderung, die nicht lesbar oder erkennbar ist, kann auch den Kunden nicht auf Abstand oder ähnliches hinweisen. Hier sind also Materialien und Drucke gefragt, welche möglichst lange halten, deren Lichtbeständigkeit und Abriebfestigkeit hoch sind. Kein Wunder also, dass dieser Bereich boomt.
Zudem sollen die Druckprodukte nachhaltig sein – denn das unterstreicht den Einsatz des Unternehmens in diesem Bereich. Die während der Pandemie gewachsene Aufmerksamkeit der Bevölkerung bezüglich dieses Themas sorgt hier für einen Schub. Große Teile der Zielgruppen sehen ganz genau hin, wenn es um Umweltschutz und Nachhaltigkeit geht.
Nachhaltige Verpackungen
Dieses führt zu einer weiteren beschleunigten Entwicklung. Bereits vor Covid-19 wurden verstärkt nachhaltige Verpackungen nachgefragt. Das veränderte Verbraucherverhalten sorgt jedoch dafür, dass bereits 80 Prozent bis zu 6,5 Prozent mehr für ein nachhaltiges Produkt bezahlen würden. Hierzu gehört auch die Verpackung.
Verpackungen sollen ansprechend sein, sie sollen informieren und gleichzeitig den Inhalt schützen – und zudem nachhaltig. Diesem Wunsch entsprechen verstärkt die Verpackungsdesigner, Druckereien und Markeninhaber. Neben Haptik, auffallender, aufwendiger Verpackung, auch für Nicht-Luxusprodukte, ist Nachhaltigkeit einer der Top-Punkte welche auf der Wichtigkeitsskala nach oben gerutscht sind – und das bei allen Beteiligten an der Kreislaufwirtschaft.
Laut einer Studie von Climatepartners kaufen 60 Prozent so oft wie möglich umweltfreundliche Produkte und 50 Prozent achten auf die CO2-Emissionen dieser Produkte beim Lebensmittelkauf, bei Drogerieartikeln sind es 38 Prozent.
Kein Wunder also, dass sich Druckereien und ihre Zulieferer, Verpackungsdesigner, aber auch alle anderen Beteiligten an den Lieferketten bemühen, diesem Endkundenwunsch entgegen zu kommen.
E-Commerce Verpackungen
Zahlreiche Lockdowns, regional und bundesweit, haben zu einem verstärkten Geschäft über das Internet geführt. Dieses führt natürlich zu einem erhöhten Bedarf an Verpackungen. Während vor der Pandemie gerade der Bereich e-Commerce Verpackungen nicht unbedingt ein Hauptthema war, so wird er jetzt zu einem wichtigen Bereich der Verpackungen. Die unterschiedlichsten Güter und Waren müssen versand werden – ihr Schutz ist wichtig, die Haltbarkeit sollte garantiert sein und natürlich sollten diese auch ansprechend sein.
Der erste Kontakt eines Empfängers mit einem Produkt findet oft nicht mehr am Verkaufspunkt statt. Es wird über das Internet bestellt und während der Käufer bereits Produktfotos im Internet gesehen hat, so wartet er doch auf ein Paket. Und wenn das Paket ankommt, dann sollte es neben der Vorfreude auf das Produkt auch Spannung und Interesse anregen. Die Verpackung sollte begeistern und das Auspacken ein Erlebnis sein. Nichts dämpft die Stimmung so sehr, wie eine Null-Acht-Fünfzehn-Verpackung. Das Hochgefühl, welches jemanden ergreift, der gerade, nach langer Suche und Abwägung physisch in einem Geschäft ein Produkt erworben hat, muss auf den e-Commerce übertragen werden. Denn begeisterte Kunden kommen wieder, sie bestellen wieder und wieder und wieder – das gilt sowohl für das PoS-Geschäft, wie auch für das Internet.
Natürlich gilt auch im Bereich eCommerce-Verpackungen das die Verpackung und nicht nur das Produkt möglichst nachhaltig sein müssen.
Tapete und Inneneinrichtungen
Wer so viel Zeit während der verschiedenen Lockdowns zu Hause verbringt, der braucht auch mal einen Tapetenwechsel. Das Home Office blüht und es wird noch sehr lange dauern, bis, wenn überhaupt, Menschen wieder ins Büro strömen wie vor Covid-19. Genau wie im Büro möchten sich die Menschen jedoch wohl fühlen.
Wenn schon Lockdown, dann will man es schön haben. Es wird geschätzt, dass über 70 Prozent der Angestellten mit Bürojobs, welche während der Pandemie ins Home Office verlagert wurden, auch nicht wieder ins Büro zurückkehren. Dezentrales, verteiltes Arbeiten – „Arbeiten von überall“ – wird zur Norm werden.
Obwohl zumeist auch die Baumärkte geschlossen sind, gibt es auch hier den eCommerce. Der Mensch möchte sein Umfeld seinen Bedürfnissen anpassen und aus dem einst „nur Wohnbereich“ jetzt ein kombiniertes Wohnen und Arbeiten machen. Dazu gehört auch für viele, dass sie renovieren, dass sie es sich im nun zum Lebensmittelpunkt gehörigen Bereich „schön machen“.
Hierzu gehören natürlich auch individuelle Lösungen und Farbgebungen. Die neue Küchenfront, gedruckt auf einer Digitaldruckmaschine, mit individuellen Motiven oder die neue Tapete, selbstgestaltet oder aus ein Pool von Mustern, Bildern und so weiter, herausgesucht, sind die ersten Anzeichen, dass die Wohnung zum Lieblings- und gleichzeitig Arbeitsort wird. Hierbei wird natürlich auch neu gestaltet. Man hat akzeptiert, dass die Zeiten des Home Office nicht auf ein paar Stunden in der Woche beschränkt sind. Und man will sich wohlfühlen.
Kein Wunder also, dass der Bereich DIY boomt. Ob es eine Digitaldruckmaschine ist, welche in den Druckereien steht und verlässlich und mit industrieller Geschwindigkeit Tapeten druckt, schneidet und aufrollt, fertig zum Versand – individualisiert, personalisiert, oder auch nicht - je nach Kundenwunsch - oder mit einem Großformatdrucker Fototapeten erstellt werden, spielt da keine Rolle. Der Bereich Renovierungen, Anpassung an die neuen Gegebenheiten im Privat- aber auch im Unternehmensbereich boomt. Insbesondere weil auch hier der eCommerce Fuß gefasst hat und alles bestellbar ist.
Chance für Druckereien
Für Druckereibetriebe heißt dieses aber auch, dass diese sich auf die neuen Anwendungen einstellen müssen. Können unsere vorhandenen Druckmaschinen diese Aufgaben ausführen? Wie kann ich mein Portfolio um diese und andere Anwendungen erweitern? Dieses sind alles Fragen, welche sich Druckereiunternehmen stellen müssen und sollten.
Jetzt den Kopf in den Sand zu stecken und zu hoffen, dass alles wieder so wird wie es vor der Pandemie war, ist der falsche Weg. Druckereien, Designer, Weiterverarbeiter müssen alles auf den Prüfstand stellen. Neben der Beseitigung von Flaschenhälsen, effizienterem Arbeitsablauf und geschickten Investitionen ist vor allem Innovation gefragt.
Unsere Beispiele von neuen Anwendungen in dieser Zeit sind halt nur das – Beispiele. Es gibt noch vieles was nicht nur verbessert, sondern auch neu erfunden werden kann – gerade dann, wenn man das Thema Nachhaltigkeit mit einbezieht.
Wir haben alle eine neue Tafel zum Beschreiben bekommen. Eine Chance unsere Zukunft zu gestalten und uns mit Innovation, Einsatz, Selbstverpflichtung und viel Interesse an allem von der Konkurrenz abzuheben. Es ist die Chance für Druckereien, Designer, Weiterverarbeiter und allen am Lebenszyklus eines Produktes – gedruckt, verpackt oder auch gefertigt - sich hier zu engagieren, nachhaltig zu agieren und die Tafel mit Erfolg zu beschreiben. Ihre Kunden und die Umwelt werden es Ihnen danken.

 

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