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ECOLEAF – eine neue Technologie für viele Anwendungen bietet ein großes ECO für Betriebe

Traditionelle Metallisierung gerade bei Etiketten und Verpackungen ist nicht nur ein Kostenfaktor sondern zudem noch umweltfeindlich. Kalt- und Heißfolienanwendungen erfordern spezielle Kenntnisse, sorgen für hohe Mengen an Makulatur, verlangsamte Produktivität und oftmals zu Register-/Passerungenauigkeit.

Anfang Juli stellte Actega, ein Unternehmen von Altana, eine neue Metallisierungstechnologie vor. Diese basiert im Gegensatz zur herkömmlichen Kalt- oder Heißfolientechnologie auf dem Druck von Metallfloken mittels einer Triggerschicht direkt auf die Druckmedien – von Folien über Papier.
ECOLEAF ist ein zusammengesetztes Wort aus Eco für ökologisch – auf englisch ecological – und Leaf welches Blatt oder Flocken bedeutet. Es handelt sich also um ökologische Flocken – aber was haben diese mit Metallisierung beim Druck zu tun?
Das patentierte Verfahren sorgt dafür, dass kleinste Metallflocken auf den entsprechenden Substraten haften. Actega zufolge für sehr lange Zeit. Diese „magische“ Metallisierung sorge für nachhaltige Veredelung der Druckprojekte.
Exakte Metallisierungseffekte
Doch zunächst zu dem Verfahren: Zunächst wird ein unsichtbares, drucklackähnliches Triggerbild mit den Bereichen gedruckt welche die Metallisierung aufweisen sollen. Dann wird dieses mittels UV bestrahlt und gehärtet. In der anschließenden Metallisierungseinheit wird eine sehr dünne Schicht von Metallpigmenten auf eine Auftragswalze aufgetragen und dann auf das Triggerbild übertragen. Die Metallflocken haften auf der Triggerschicht und nur auf dieser. Der Rest des Bildes stößt diese ab so dass mittels eines Closed-Loop-Zirkulationssystems diese nicht anhaftenden Flocken wiederverwendet werden können. Trocknen oder Aushärten nach dem Aufbringen der Metallschicht ist nicht erforderlich.
Somit entsteht der Metalleffekt nur in den Bereichen welche die Metallisierung aufweisen sollen. Hiermit lassen sich selbst kleinste beziehungsweise dünnste Linien, Texte und Bildbereiche in hoher Auflösung metallisieren. Im Rotations- oder Flachbettdruck lassen sich so beispielsweise auch taktile Effekte ganz ohne Prägung erstellen. Da das ECOLEAF-Verfahren sich sowohl für Flexo- und Siebdruck wie auch für Rotations- und Flachbettdruck sowie Tintenstrahldruck eignet kann je nach dem angewendeten Druckverfahren eine Reihe von metallische Veredelungen erzielt werden. Beim Flexodruck bedeutet dieses dass auch sehr feine metallisierte Linien in höchster Auflösung gedruckt werden können. Nahtlose Metallisierung für kurze Lauflängen zeichnet die Lösung im Tintenstrahldruck aus.
Es lassen sich mit dem neuen Verfahren sowohl Über- wie Unterdruck ausführen welches für eine breite Palette von Farbeffekten führt. Die perfekte Spiegelung des superflachen Monolayers, so Actega, sorgt für herausragende Qualität welche den Vergleich mit traditionellen Metallfolierungen nicht scheuen. Die ECOLEAF-Metallisierungseinheit kann in bestehende Produktionslinien integriert, aber auch offline betrieben werden.
Nachhaltiger Druck
Das Closed Loop-Verfahren sorgt im Gegensatz zu den traditionellen Metallisierungslösungen für nachhaltiges Drucken. Die tausenden von Folien und PET-Trägerpapieren welche bei der Heiß-und Kaltfolientechnologie jedes Jahr auf Müllhalten oder in Verbrennungsöfen landen, gehören der Vergangenheit an. Laut Actega werden zudem die 50 bis 80 Prozent PVD welche beim Entsorgen ungenutzt auf den Folien verbleiben mit dem neuen Verfahren eliminiert.
Erste Berechnungen aus der Ökobilanz von ACTEGA zeigen eine äußerst positive Auswirkung auf Nachhaltigkeit und Ressourceneinsparung. Die ECOLEAF-Technologie erzielt derzeit eine Reduzierung des CO2-Fußabdrucks um mehr als 50 Prozent im Vergleich zu Heiß- und Kaltfolie.
Wenn man dies in einem größeren Zusammenhang betrachtet, werden die Vorteile noch deutlicher. Laut Actega ersetzt ein Kilogramm ECOLEAF-Flocken effektiv 3.000 Kilogramm Folie, wodurch wiederum 20 Tonnen CO2e vermieden werden: das entspricht der Pflanzung von etwa 833 Bäumen. Für ein durchschnittlich großes Unternehmen, das Etiketten verarbeitet, kann dies einen sehr bedeutenden Beitrag zur Reduzierung der CO2e-Belastung darstellen. Diese Werte können leicht an die Markeninhaber weitergegeben werden und helfen ihnen bei der Erstellung ihrer Umweltbilanzen, und wenn sie in großem Maßstab in der gesamten Branche eingesetzt werden, wären die potenziellen Auswirkungen auf die Verringerung der Auswirkungen des Klimawandels beträchtlich.
Kein Wunder also, dass sich die Nachhaltigkeitsbilanz von Druckereien, aber auch deren Kunden so signifikant reduzieren lässt.
Indirekter Lebensmittelkontakt
ECOLEAF kann für eine breite Palette von Medien in einer Vielzahl von Verpackungs- und Etikettierungssegmenten verwendet werden, einschließlich Produkten mit indirektem Lebensmittelkontakt. Die ökologischen Flocken und seine Komponenten erfüllen die REACH- und EuPIA-Verordnungen und sind für die Verwendung in der Verpackungsproduktion zugelassen. Das bedeutet, dass sie keine Stoffe aus der aktualisierten SVHC-Liste (Substances of Very High Concern) in einer Menge > 0,1 Prozent enthalten.
ACTEGA hat auch mit den Recyclingexperten von Interseroh zusammengearbeitet und eine vollständige Zertifizierung in Bezug auf PP/PE/PET-Etiketten erreicht. Bei der Analyse, ob ECOLEAF magnetisierbar oder leitfähig ist, wurde festgestellt, dass die Metallisierung von ECOLEAF keinerlei Auswirkungen hat. Bei der Analyse des Grades der Nachweisbarkeit der ECOLEAF-Metallisierung auf dem Zieloberflächenmaterial nach einem NIR-Sortierverfahren wurde festgestellt, dass kein Einfluss der ECOLEAF-Metallisierung festgestellt wurde.
Neuer Standard der Metallisierung
Auf der Weltpremiere in Lehrte (Deutschland) betonte CEO Dr. Stefan Plenz, dass Actega das ECOLEAF-Verfahren als den neuen Standard für Metallisierungen im Druck etablieren möchte. Als einen großen Schritt gegenüber dem derzeitigen Industriestandard, böte es Nachhaltigkeit gepaart mit einem Technologiesprung welcher erheblich Kosten, Produktionszeit, Materialien und Makulatur einspare.
Das Unternehmen werde das neue Verfahren weltweit – Land/Region bei Land/Region einführen und Support anbieten. Dr. Stefan Plenz rechne damit, dass nach der initialen Einführungsphase mehr und mehr Unternehmen die neue Technologie einführen werden. Insbesondere beim Kauf von neuen Druckmaschinen werde das ECOLEAF-Verfahren von Druckern in Betracht gezogen und diese dan bereits mit der Ausstattung verkauft werden.
So arbeite All4Labels bereits eng seit 2020 mit Actega zusammen. Hier wird ECOLEAF auf Hybrid-Digitaldruckmaschinen eingesetzt. Das Unternehmen spare mit der digitalen Veredelungstechnologie bereits aktiv um die 80 Prozent der CO2-Emissionen im Vergleich zu anderen konventionellen Technologien ein.
Paolo Grasso, Sales Director von ECOLEAF, sagte: "Diese Unternehmen gehören zu den ersten, die sich von den Möglichkeiten, die ECOLEAF für Marken, Etiketten- und Verpackungshersteller gleichermaßen bietet, inspirieren lassen. Sie sind führend, wenn es darum geht, eine nachhaltigere Produktion in diesem Sektor voranzutreiben, und als solche sind sie äußerst geschätzte und interessante Kunden, mit denen wir zusammenarbeiten. Natürlich werden sich weitere umweltbewusste, innovative Unternehmen dem Wandel anschließen, und wir sind zuversichtlich, dass ECOLEAF einen bedeutenden Einfluss auf die Zukunft der Branche haben wird."
www.actega.com

 

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