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Heimtextil 2020 - Nachhaltigkeit ist Trumpf

50 Jahre Heimtextil gab Anlass dieses Ereignis groß zu feiern, steht die Branche doch vor bedeutenden Herausforderungen: Neben digitaler Tranformation und Industrie 4.0 und E-Commerce ist auch die Konjunktur am schwächeln. Grundlegende Veränderungen im Herstellungs- und Verarbeitungsprozess und Branchenkonsolidierung sind hier nur einige Schlagworte, welche insbesondere den Markt für Wohntextilien beeinflussen. Von Sabine Slaughter

Über all diesem steht die Nachhaltig- und Nachverfolgbarkeit sowie Umweltfreundlichkeit auf welche Verbraucher immer mehr Wert legen. Ganz klar, dass hier auch die Industrie neue Wege gehen muss und will. Die Messe Frankfurt als Veranstalter hat, ebenfalls ein Jubiläum, das Green Directory neu aufgelegt. So konnten im „Green Village“ Bereich neben namhaften Zertifizierern und Siegelgebern auch das neue Textilsiegel der Bundesregierung „Grüner Knopf“ besucht werden. Zahlreiche Unternehmen, insbesondere aus Portugal und Pakistan stellten zum Thema Nachhaltigkeit Projekte, Lösungen und Produkte vor.
Die Trend Spaces wurden zu einer nachhaltigen Schau mit einem Material-Manifest: Mit einer intelligenten Materialauswahl galt es einen minimalen ökologischen Fußabdruck anzustreben. So wurden wenn möglich, alternative, nachhaltige Materialien bei der Schau eingesetzt. Das Designkonzept „Where I Belong“ („Wo ich hingehöre“) wurde vom Stijistituuts Amsterdam umgesetzt. Eine Bibliothek zukünftiger Materialien gab Besuchern einen Eindruck der Beschaffenheit und Produktionsweise innovativer Materialien. Insbesondere recycelte Stoffe und lebende Textilien standen im Focus. Für den so genannten Hospitality-Bereich, also Hotels, Gebäude, aber auch Geschäfte, wurde eine textilie Materialbibliothek mit 64 ausgewählten und qualitativ hochwertigen Produktion nach funktionalen Eigenschaften kategorisiert.
„Gemeinsam mit unseren Designern haben wir uns zum Ziel gesetzt, eine nachhaltige Schau zu kreieren und haben hierzu ein Material-Manifest verabschiedet. Mit einer intelligenten Materialauswahl galt es, einen minimalen ökologischen Fußabdruck anzustreben. Will heißen: Wo immer es möglich war, wurden alternative, nachhaltige Materialien eingesetzt“, erklärt Olaf Schmidt, Vice President Textiles & Textile Technologies der Messe Frankfurt. „Damit lädt die Heimtextil zu einer Design-Schau ein, die nicht nur von Nachhaltigkeit spricht, sondern sie auch vorlebt und durch diesen Ansatz und mit ihrem Renommee weltweit ihresgleichen sucht.“
Erstmals war auch das United Nations Office for Partnerships auf der Heimtextil vertreten und informierte über die nachhaltigen Entwicklungszeile (Sustainable Development Goals). Gemeinsam mit der Messe Frankfurt und der Conscious Fashion Campaign werden diverse Aktionen vorbereitet.
Detlef Braun, Geschäftsführer der Messe Frankfurt, erklärte: „Neben der Digitalisierung prägt das Thema Nachhaltigkeit die weltweite Textilindustrie aktuell maßgeblich. Mit ihren weltweiten Textilveranstaltungen unter dem Dach des Texpertise Network ist die Messe Frankfurt weltweiter Marktführer und begleitet diese Entwicklung bereits seit über zehn Jahren. Es ist daher nur konsequent, die Sustainable Development Goals aktiv in unsere weltweiten Textilveranstaltungen zu integrieren und damit das Bewusstsein für mehr Nachhaltigkeit in der Textilindustrie zu schärfen.”
Alles steht auf dem Prüfstand
Der Verbraucher legt inzwischen viel Wert auf Nachhaltigkeit. Aus diesem Grunde kommt kein Unternehmen an umweltschonenden Materialien und Produktionsverfahren vorbei. Vorbei ist die Zeit von Plastikverpackungen, es geht hin zu zertifizierten Materialien. Er will wissen wo die Materialien herkommen, wo und wie sie verarbeitet werden und welche Transportwege diese genommen haben, bevor er sie erwirbt. Dieses setzt unter anderem Nachverfolgbarkeit voraus, ein Thema welches zwar schon seit Jahren in der Luft lag, jedoch jetzt verstärkt von Unternehmen in Angriff genommen werden muss und dessen Realisierung bisher in vielen Firmen noch in den Kinderschuhen steckt. Zudem bedeutet es Investitionen in nicht geringer Höhe und Digitalisierung, wobei auch die Beschaffungs- und Herstellungs- und Transportprozesse auf dem Prüfstand stehen und neu definiert werden müssen. Eine nicht gerade kleine Aufgabe.
Ein weiteres Thema in diesem Zusammenhang ist die Recyclingfähigkeit der Materialien sowie die doch recht schnellebige Zeit von Trends. Nicht nur in der Bekleidungsbranche, auch bei den Heimtextilien, im Hospitality-Bereich werden die Auftragszyklen immer kürzer, Individualisierung, Corporate Design, hin bis zur Auflage eins, sowie Außergewöhnlichkeit von Produkten spielen eine große Rolle. Jeder möchte sich vom anderen abheben. Dieses gilt für private und geschäftliche Kundschaft und erfordert dementsprechende Produkte und Produktlinien sowie deren gesamte Prozesskette. Eine große Herausforderung für Unternehmen, wenn dieses Ganze auch zudem noch möglichst nachhaltig sein soll.
Nachhaltiger Textildruck mit Stitch
HP brachte seine wasserbasierenden und Latex-Drucker mit zur Heimtextil. So waren der HP Stitch S500 und der HP Latex 570 zu sehen. Mit diesen wurden Stoffe und Materialien für die Innenausstattung gedruckt. Nicht nur die Druckvorführungen auch die Substrate wurden von den Besuchern genau unter die Lupe genommen. Am Stand war auch Designer Gino Anthonisse welcher viele der ausgestellten Stücke entworfen hatte.
Textildruck mit pigmentierter Tinte
Die MTEX Falcon druckt mit pigmentierter Tinte und benötigt nach dem Druck kein Auswaschen oder Ausdampfen. Im Produktionsmodus kann dieser digitale Textildrucker 152 Quadratmeter pro Stunde mit 32 Druckköpfen und 720 Druckpunkten pro Inch achtfarbig auf einer Druckbreite von 3,2 Metern bedrucken. Die Lösung mit Konica Minolta-Druckköpfen war das Highlight am Stand des Herstellers. Zudem wurde auch der MTEX Eagle präsentiert.
Pigmentierte Tinte ist die Zukunft
Itaca feierte 20jähriges Jubiläum. Der Tintenhersteller hat ein breites Angebot an pigmentierten Tinten im Angebot. Das immer noch vorherrschende Vorurteil, dass pigmentierte Tinten kein leuchtendes Druckbild auf Textilien erzeugen können, widerlegten die ausgestellten Druckbeispiele. Leuchtende Farben, exakte Wiedergabe und Farbtreue werden auch mit pigmentierten Tinten erzeugt. Signifikante Einsparungen an Wasser sorgen für nachhaltigen Druck.
Transferdruck bei Sublitex
Ob Innenausstattung, Architektur, Leder-, Sportwaren oder Mode: Sublitex bedruckt alles. Das Unternehmen, im Transferdruck aktiv, präsentierte herausragende Beispiele aller Arten von Drucken. Als Unternehmen der italienischen Miroglio Gruppe wurde es bereits 1976 gegründet und beliefert Kunden in über 50 Ländern.
16 Graustufen bei MS Italy
MS Italy präsentierte die MS JP4 Evo welche Textilien mit einer Geschwindigkeit von bis zu 260 Quadratmeter je Stunde mit einer Druckauflösung von 600 x 600 Druckpunkten pro Inch bedrucken kann. Die Tröpfchengrößen betragen zwischen 4 und 72 Picoliter wobei 16 Graustufen mit bis zu acht Farben erzeugt werden können. Die Bedruckbreite der Textildrucker des italienischen Herstellers der 2014 von der Dover Corporation erworben wurde beträgt zwischen 180 bis zu 320 Zentimetern.

 

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