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Saarbrücker Start-up Elexir denkt nicht nur das Auto neu

Der Unterhalt des eigenen Autos ist teuer. Laut dem Bundesverband Car-Sharing steigt auch deswegen die Zahl der geteilten Fahrzeuge. Wer jedoch ein Auto mietet oder teilt, empfindet oft nicht die Vertrautheit, die man im eigenen Wagen genießt. Das Start-up Elexir entwickelt daher ein System aus Hardware und Software, mit dem sich ein fremder Wagen in Sekunden in das Fahrzeug mit der gewohnten Anmutung verwandeln lässt.

Hinzukommt ein digitales Ökosystem, das Autos auf Knopfdruck mit Funktionalitäten ausstatten kann, wie es bisher nur Apps beim Mobiltelefon tun. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie unterstützt das Start-up im Rahmen des Förderprogramms „Exist-Forschungstransfer“.

Stefan Nürnberger geht als einer der Gründer des Start-ups davon aus, dass in Zukunft vielen Menschen der Unterhalt eines eigenen Fahrzeuges zu teuer sein wird und sie daher Autos nur noch nutzen wollen. Eine im April 2020 im renommierten Fachmagazin „Nature“ veröffentlichte Studie [1] bestätigt ihn dabei. Daher arbeitet Stefan Nürnberger mit seinem Gründerteam daran, das individuelle Nutzungserlebnis über verschiedene Fahrzeuge hinaus sicherzustellen. Der erste Fahrzeug-Prototyp, der „Elexir Zero“, steht bereits in einer Halle des Zentrums für Mechatronik und Automatisierungstechnik (ZeMA) in Saarbrücken, der „Programmiergarage“ des Start-ups. Ab März unterstützt sie dabei auch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie mit rund 883.000 Euro für die kommenden zwei Jahre. Derzeit finanziert die IT Inkubator GmbH an der Universität des Saarlandes das Start-up, das aus dem CISPA Helmholtz-Zentrum für Informationssicherheit heraus gegründet wurde. Die Kontaktstelle für Wissens- und Technologietransfer (KWT) der Universität des Saarlandes betreut Elexir.

„Wenn ich zuhause einen Elexir Zero nutze und im Urlaub in Italien in ein anderes Fahrzeug dieser Art einsteige, dann ist mein Profil schon geladen. Es fühlt sich an, wie mein eigenes Auto. Es sieht genauso aus, wie mein eigenes Auto, das Lampendesign und das Farbschema ist geladen, sodass ich es gleich aus der Ferne erkenne“, beschreibt Nürnberger den zukünftigen Nutzen der Technologie und erklärt weiter: „Neueste Technologien werden nicht mehr länger nur für die Oberklasse entwickelt, sondern finden direkt in jedem Elexir-Fahrzeug auf der Straße Anwendung: Unsere Technik erlaubt es, dass Erfindungen von Zulieferern und App-Entwicklern jederzeit per Software-Updates verteilt werden und alle Nutzer diese neuen Funktionen schon am nächsten Tag erleben können.“

Um diese Personalisierung markenübergreifend zu ermöglichen, arbeitet das Start-up an einem umfassenden Softwaresystem. Es besteht aus Kontoverwaltung, App-Store für Fahrzeugfunktionen, Zahlungsabwicklung, Vernetzung von Fahrzeugfunktionen und Sensoren. Die IT-Sicherheit ist dabei eine wichtige Voraussetzung. Die notwendige Expertise dafür bringt das Team mit. Stefan Nürnberger hat in Saarbrücken am Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) und am CISPA Helmholtz-Zentrum für Informationssicherheit Forschungsgruppen geleitet. Die Mathematikerin und Informatikerin Soheyon Park war vier Jahre als Spezialistin für Netzwerksicherheit beim südkoreanischen Automobilhersteller Hyundai tätig, Daniel Frassinelli hat einen starken akademischen Hintergrund in IT-Sicherheit und Sebastian Leber hat vor seiner Tätigkeit im Saarbrücker IT-Inkubator Digitalisierungsstrategien für Automobilhersteller entwickelt.

„Durch Ergebnisse in vorherigen Forschungsprojekten wie ‚VatiCAN‘ hat das Team erkannt, dass die Automobilindustrie dem Stand der Technik hinterherhinkt und nicht das gesamte Potenzial ausschöpft, das heute möglich wäre“, erklärt Nürnberger die Gründung.

Jürgen Barke, Staatssekretär im saarländischen Wirtschaftsministerium, konnte sich bereits im Dezember 2020 von dem Fahrzeug-Prototypen überzeugen: „Das Auto der Zukunft made in Saarland, und dann auch noch von motivierten Gründerinnen und Gründern. Genau solche Start-Ups brauchen wir: Sie haben innovative Ideen, sind zukunftsorientiert, mutig und glauben an den Erfolg ihres Produkts. Gerne mehr davon!”

www.uni-saarland.de

 

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