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Last updateSo, 28 Nov 2021 1pm
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Wellpappe digital bedrucken

Individuell, passgenau und für die digitale industrielle Wellpappenproduktion gerüstet
Bedruckte Wellpappe, sei es als Versandkarton, Verpackung oder auch Display bedeutet eine Aufwertung des Inhalts und des Materials welches nicht nur Käufer dazu verleiten soll, dieses oder jenes Produkt zu kaufen, sondern auch die Kunden- und Markenbindung stärkt. Von Sabine Slaughter

Digital Druckmaschinen ermöglichen mehr Individualität und sorgen so für personalisierte Wellpappenprodukte. Dieser Trend, der derzeit nicht nur im hochpreisigen Segment für Aufmerksamkeit sorgt, wird sich zukünftig verstärken. Darin sind sich viele Druckmaschinenhersteller einig, auch wenn bisher „nur“ ein verschwindend geringer Teil – 0,76 Prozent – individuell mit Inkjet bedruckt werden. Dieses har das Institut Smithers ermittelt. Doch wo die Möglichkeiten sind, werden sie auch genutzt, und die neuen digitalen Druckmaschinen für Wellpappe bieten Unternehmen die Möglichkeit nicht nur in diesen lukrativen Bereich einzusteigen, sondern ihn auch mit zu gestalten.
Derzeit ist der bei weitem größte Anteil von Wellpappe unbedruckt. Von der insgesamt produzierten Wellpappe – 255 Milliarden Quadratmeter in 2019 – wurden 135 Millionen Tonnen zu Wellpappe-Karton verarbeitet. Der bedruckte Teil dieses wiederum war wesentlich geringer obwohl er unzählige Möglichkeiten, insbesondere für Marketing, bietet.
Von jeher brauchte es ein Angebot und die Möglichkeiten kosteneffektiv und –effizient zu produzieren. Marketingfachleute möchten die vielfältigen Optionen, die ihnen zur Verfügung stehen, nutzen. Und Drucker stellen diese bereit – indem sie in neueste Technologien investieren und damit Möglichkeiten für Anwendungen schaffen, die bisher nicht oder nur unter Schwierigkeiten möglich waren. Hierzu benötigt es robuste Maschinen welche nicht nur verlässlich, passgenau und mit Wiederholgenauigkeit arbeiten, sondern verstärkt kosten effizient, -effektiv und nachhaltig sind. Diese Zeit scheint jetzt gekommen zu sein, denn genau das versprechen die neuen Angebote von namhaften Unternehmen der Industrie.
Wir haben uns die neuen Digitaldruckmaschinen für Wellpappe einmal näher angesehen:
Xeikon Idera
Mit der Idera stellt das Unternehmen eine Plattform vor, welche die Single-Pass-Inkjet-Technologie beinhaltet. Entwickelt für den Post-Print-Flexo-Markt zum Druck auf gestrichenen und ungestrichenen Wellpappebögen lassen sich Geschwindigkeiten von bis zu 150 Meter je Minute erreichen. Damit Lebensmittelsicherheit erreicht werden kann, drucken die Druckköpfe 600 Druckpunkte per Inch mit pigmentierten wasserbasierten Tinten auf einer Druckfläche von maximal 1,6 x 2,8 Metern Plattengröße (Minimum: 450 x 400 Millimeter). Die speziell für diese Anwendung entwickelten Tinten von Xeikon sowie die Profilierungswerkzeuge und der Xeikon-Workflow sorgen für ein harmonisches, exaktes, wiederholgenaues Druckbild. Xeikon hat hierzu diverse Schmankerl integriert, wie etwa Kamera-Inspektionssystem, umfassende Automatisierung und -werkzeuge, sowie Zuführungs- und Stapelanleger, aber auch Sensoren für Materialkrümmungen/-biegungen, damit der Druckkopf nicht beschädigt wird. Natürlich werden auch die unternehmenseigenen Workflow und Serviceangebote mit der Idera-Plattform angeboten.
So können sowohl konventionelle Servicepläne, wie auch Projektmanagement, technischer und kommerzieller Zusatzsupport gebucht werden. Da Xeikon, wie Sebasien Stabel, Market Segment Manger Carton Packaging bei Xeikon erklärt daß, „das Unternehmen an ein verbrauchsabhängiges Modell glaubt. Das Modell ermöglicht es dem Druckunternehmen jede Komponente der Druckmaschine zu kontrollieren und somit die laufenden Kosten.“
Während jetzt die erste Version der Idera-Platform vorgestellt wurde, sollen künftige Updates und Verbesserungen auch vor Ort vorgenommen werden. Diese Zukunftsfähigkeit steigert den Wert der Druckmaschine. Besonderen Wet legt Xeikon auf die Druckmaschinenleistung und –verläßlichkeit welche von der Interaktion zwischen en Verbrauchsmaterialien (Tinte, Primer, Lack, ...) getrieben wird.
Um noch leuchtendere Farben und höhere Farbdichte zu erreichen sowie den Tintenverbrauch auf ungestrichenen Materialien zu limitieren besitzt die Idera-Plattform eine Inline-Primer-Einheit.
Nach dem Übergangspunkt gefragt, ab wann die Idera-Technologie wirtschaftlicher ist, meint Sebastien Stabel: „Viele Faktoren werden den Schnittpunkt definieren. Mit welcher konventionellen Technologie vergleichen Sie und berücksichtigen Sie zusätzliche Parameter wie Farbdeckung, Anzahl der Entwürfe, Supply-Chain-Optimierung, Bogenausschießen, Weiterverarbeitung, ... Wir sehen die Digitaltechnik als eine komplementäre Technologie, die perfekt mit Flexo und Litho koexistieren kann. Sicherlich ist sie für 'kleine' Auflagen wettbewerbsfähiger und kosteneffizienter, aber es gibt noch mehr zu berücksichtigen, wie z.B. die Schnelligkeit der Markteinführung, die Flexibilität und die Möglichkeiten alternativer Geschäftsmodelle.“
Als vertrauenswürdiger Berater, unterstützt von der Flint-Gruppe, deren Branchenkenntnissen und Kompetenzen in Kombination mit Xeikon’s bewährten Kenntnissen im Bereich der digitalen Transformation, habe sich das Unternehmen herausgestellt. Ein hoher Durchsatz pro Quadratmeter mit einer digitalen Post-Print-Single-Pass-Druckmaschine biete „beste wirtschftliche Aussichten mit Xeikon-konformen Tinten auf Wasserbasis und Profilierungswerkzeugen zur Steigerung von Druckleistung und Kosten, erklärt Sebastien Stabel. „Die digitale Transformationsfähigkeit wird unterstützt durch eigene digitale Arbeitsabläufe und Dienste,“ wo Service ein wesentlicher Bestandteil des Angebots sein wird.
Koenig & Bauer Durst Delta SPC und CorruJet
Der Delta SPC 130 druckt auf kleinen Formaten von 5000 x 600 Millimeter bis hin zu sehr großen Formaten mit maximalen Abmessungen von 1.300 x 21.100 Millimeter (optional 1.300 x 2.800 Millimeter) und einem Stärkeumfang zwischen 1 Millimeter und 12 Millimeter, wobei die maximale Auflösung 800 Druckpunkte per Inch beträgt.
Der CorruJET ist für die hocheffiziente Produktion von Wellpappebögen ausgelegt. Er hat eine Bogenbreite von 1.700 Millimeter und eine Bogenlänge von 1.300 Millimeter (mit Klischeezylinder). Die minimale Bogengröße beträgt 750 x 520 Millimeter und eine Stärke von 1 - 8 Millimeter. Er druckt in der Auflösung 1.200 x 1.200 oder 1.200 x 600 Druckpunkte per Inch.
„ Wir drucken sowohl auf ungestrichenen als auch auf gestrichenen Medien auf dem Delta SPC 130 ohne Vorbehandlung. Die Vorbehandlung durch den digitalen Primer wird zur Erweiterung des Substratsortiments und zur Erschließung neuer Anwendungen eingesetzt. Der CoruJET 170 verwendet eine andere Tintenrezeptur, um ein etwas anderes Auftragsspektrum abzudecken. Aus diesem Grund empfehlen wir den Einsatz der Inline-Vorbeschichtungsstation. Der CorruJET wird standardmäßig mit einer Primer-Station geliefert. Die Vorbeschichtung ist für beschichtete Medien obligatorisch - und wird für gute und hohe Qualität auf unbeschichteten Medien empfohlen. Mittlere und niedrigere Qualität kann auch ohne produziert werde“, so Robert Stabler, Managing Direkor, Koenig & Bauer Durst.
Für den Druck wurden eigene wasserbasierende Tinten entwickelt welche den Bestimmungen für primäre Lebensmittelverpackungen entsprechen. Es werden, je nach Anwendung sowie Leistungs- und Qualitätsanspruch, unterschiedliche Druckköpfe eingesetzt. Sowohl die Tinten, wie auch Servicepläne (Maintenance) sind von Koenig & Bauer Durst erhältlich.
„ Für alle Plattformen in unserem Portfolio werden Nachrüstungstechnologien eingeführt. In erster Linie verfügen wir auf der Delta SPC 130 für die Wellpappenproduktion über eine optionale Primer-Station, um das Spektrum der druckbaren Anwendungen zu erweitern, und wir haben auch Sonderfarben (Orange und Violett) für unsere 5. und 6. Farbstation“, erklärt Robert Stabler. Eine digitale Grundierungsstation, die zwar keine klare Tinte enthält, ermöglicht das Erzielen von Spezialeffekten durch gezielte Nutzung der Punktpositionierung. „ Wir führen ein digitales Inline-Priming durch. Durch den teilweisen Einsatz der digitalen Grundierung - sogar innerhalb eines Bild- oder Designdetails - können wir Druckveredelungseffekte erzeugen, um unsere Druckprodukte aufzuwerten und den Anforderungen an hochwertige Verpackungen gerecht zu werden“, ergänzt Robert Stabler.
Bezüglich des Übergangspunktes an welchem die digitale Produktion von Wellpappedrucken wirtschaftlicher wird, meint Robert Stabler, dass dieses von Kunde zu Kunde und von Anwendung zu Anwendung abhängt. Er sehe jedoch dass Produkte mit einer Auflage von 5.000 bis 10.000 Exemplare auf digital umgestellt würden.
„ Wir haben die Maschinen mit der höchsten Produktivität auf dem Markt für diejenigen, die Millionen von Wellpappschachteln oder Faltschachteln drucken wollen. Wie bereits erwähnt, können wir in Kombination mit dem hohen Automatisierungsgrad eine extrem breite Palette von Anwendungen drucken, darunter primäre und sekundäre Lebensmittelverpackungen. Jedes unserer Portfolios löst unterschiedliche Kundenprobleme. Kern unserer Konstruktionsprinzipien - und damit unseres Wertversprechens - ist ein hohes Maß an Industriedesign für hohe Produktivität und Zuverlässigkeit im Mehrschichtbetrieb. Wir konzentrieren uns auch auf Druckfarben auf Wasserbasis, welche die Anforderungen an primäre Lebensmittelverpackungen erfüllen“, sagt Robert Stabler abschließend.
Domino X730i
Die Domino X630i ist eine digitale Druckmaschine mit Single Pass Inkjet-Technologie, die bis zu 75 Meter je Minute oder 4.500 Bogen pro Stunde, mit einer Druckauflösung von 600 x 600 Druckpunkten per Inch und einem maximalen Bogenformat von 1.600 x 3.000 Millimeter, druckt. Sie verfügt über einen servogesteuerten Vorderkanten-Bogeneinzug für kontinuierlichen Zuführbetrieb, Reinigung, Inspektion, einzigartigen Vakuum-Bogentransport, Trocknung mit entweder Bündel- oder Stapelausgabeoptionen.
Der X630i basiert auf Dominos Inkjet-Plattform der Generation 6 auf. Der X630i implementiert die Domino i-Tech-Komponenten, die zusammen ein insgesamt flexibleres und zuverlässigeres System ergeben. i-Tech CleanCap ist eine automatisierte Lösung für die Reinigung und Abdeckung von Tintenstrahldruckern für einen reduzierten Wartungsaufwand. i-Tech ActiFlow bietet eine kontinuierliche Tintenzirkulation für konsistentere Druckergebnisse. i-Tech StitchLink erreicht eine präzise Ausrichtung des Druckkopfes, um qualitative Druckergebnisse zu liefern.
Das vielseitige wasserbasierende Domino AQ95-Tintenset, einschließlich i-Tech PolyM mit Polymerpartikeln, kombiniert die Fähigkeit, zuverlässig auf gestrichenem und ungestrichenem Wellpappenmaterial zu drucken, ohne dass ein Primer oder separater Haftvermittler erforderlich ist, und gleichzeitig die Konformität mit Lebensmittelverpackungen zu gewährleisten.

 

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