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VDMA: Lage im Druck- und Papiermaschinenbau weiterhin angespannt

Mit einem UmsatzrĂŒckgang um 12 Prozent blieb die Lage des deutschen Druck- und Papiermaschinenbaus 2014 angespannt. Der Auftragseingang lag rechnerisch auf Vorjahresniveau; allerdings standen einem Auftragsplus von 29 Prozent im Bereich Papiertechnik RĂŒckgĂ€nge um fĂŒnf Prozent bei Druckereimaschinen gegenĂŒber. Auch das Auftragsvolumen fĂŒr Papierverarbeitungstechnik sank um sechs Prozent.

„Die ausbleibende Nachfrage macht in unseren Mitgliedsunternehmen teils schmerzhafte Anpassungen nötig", sagte Dr. Markus Heering, GeschĂ€ftsfĂŒhrer des Fachverbandes Druck- und Papiertechnik im VMDA. Im abgelaufenen Jahr habe sich die Lage durch rĂŒcklĂ€ufige GeschĂ€fte in China zugespitzt. Ging in den ersten elf Monaten des Vorjahres noch Druck- und Papiertechnik fĂŒr rund 641 Millionen Euro von Deutschland nach China, so sank das Exportvolumen in den ersten elf Monaten 2014 auf 493 Millionen Euro. „Chinesische Hersteller berichten uns, dass auch sie große Absatzprobleme in ihrem Heimmarkt haben", erklĂ€rte Heering. Sie wĂŒrden deshalb zunehmend in sĂŒdostasiatische NachbarlĂ€nder ausweichen, was dort den Wettbewerbsdruck erhöhe.
Europa wichtigster Markt - Lichtblick USA
Mit dem Zugkraftverlust des chinesischen Marktes rĂŒcken fĂŒr die deutschen Anbieter von Druck- und Papiertechnik Europa und die USA stĂ€rker in den Fokus. „Europa blieb auch 2014 der mit Abstand wichtigste Markt fĂŒr unsere Mitgliedsunternehmen", stellte Heering klar. So summierten sich allein die Ausfuhren in die TĂŒrkei, nach Frankreich, Polen, Russland, UK, Italien und die Schweiz in den ersten elf Monaten des abgelaufenen Jahres auf ĂŒber eine Milliarde Euro. Mit 1,03 Milliarden Euro ĂŒbertrafen sie die Summe der Exporte in die zwei grĂ¶ĂŸten EinzelmĂ€rkte China (493 Millionen Euro) und die USA (425 Millionen Euro) deutlich.
Der Export von Druck- und Papiertechnik in die USA blieb damit letztes Jahr nur um knapp 70 Millionen Euro hinter den Ausfuhren nach China zurĂŒck. Ein Jahr zuvor trennte diese MĂ€rkte noch eine Differenz von 250 Millionen Euro. Heering sieht darin die Strategie der deutschen Hersteller bestĂ€tigt: „Sie haben bei allem Aufwand, den es in den letzten Jahren in China zu betreiben galt, nie ihre angestammten MĂ€rkte vernachlĂ€ssigt." Auch so es sei zu erklĂ€ren, dass trotz zunehmenden globalen Wettbewerbs und vieler neuer Player im Markt noch jede dritte weltweit verkaufte Druckereimaschine und noch jede fĂŒnfte Papierverarbeitungsmaschine von einem deutschen Hersteller stamme. Auch wenn die graphische Industrie weltweit im Wandel liege, greife sie wo immer möglich zu Technologien Made in Germany.
Hoffnung auf TTIP-Abkommen
„Das Erstarken des US-Marktes im letzten Jahr unterstreicht die Bedeutung des transatlantischen Handels fĂŒr unsere Branche", betonte Heering. Sein Fachverband und die amerikanische Association for Suppliers of Printing, Publishing and Converting Technologies (NPES) setzen sich auch deshalb fĂŒr eine starkes transatlantisches Freihandelsabkommen TTIP ein. Mitte Dezember hatten sie in Washington ein gemeinsame ErklĂ€rung unterzeichnet und diese umgehend an die VerhandlungsfĂŒhrer beider WirtschaftsrĂ€ume ĂŒbermittelt. Die Portfolios der deutschen und US-Hersteller von Druck- und Papiertechnik ergĂ€nzen sich laut Heering. „WĂ€hrend unsere StĂ€rken vor allem in analogen Druckverfahren liegen, sind die US-Kollegen im digitalen Bereich sehr stark", erlĂ€utere er. Ein gemeinsamer Handelsraum mit harmonisierten Regularien werde den Unternehmen auf beiden Seiten des Atlantiks helfen.
Angesichts der schwierigen Marktlage in der graphischen Industrie richten deutsche Hersteller von Druck- und Papiertechnik ihre Portfolios stĂ€rker in Richtung des Industriedrucks und des Verpackungsdrucks aus. „Sie sind mit ihren Technologien darauf vorbereitetet, Kunden integrierte flexible Lösungen zur Aufwertung und Veredelung von Produkten und Verpackungen zu bieten", so Heering. Das reiche vom Drucken von Laminaten bis zur drucktechnischen Veredelung von Glas, Kunststoffen und Metallen. „Diese Neuausrichtung und Weiterentwicklung wird auch das Gesicht der drupa 2016 verĂ€ndern", kĂŒndigt er an. Dort werden die Zukunftstechnologien zu sehen sein, die in die Zukunft der Branche weisen.
www.vdma.org

 

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